Bündnis90/Die Grünen plädieren für konsequent Klimaschutz-fördernde Werbemassnahmen im insularen Tourismus

Pressemitteilung, Sylt 13.3.2020, Bündnis90/Die Grünen, OV-Insel Sylt

Werbesprüche für den Flugbetrieb nach Sylt, die aktuell in die Öffentlichkeit gebracht werden und andeuten, eine Flugreise wäre wegen der guten Klimaanlage im Flieger derzeit besonders gesund (Zitat Peter Douven, Sylter Rundschau, 12.3.2020) und  weitere verzerrende Statistiken zur Klimaschädlichkeit des Reisens, empfinden die Sylter Grünen als unangemessen, unseriös und schädlich für die Glaubwürdigkeit unserer Insel, die sich Gesundheit, Nachhaltigkeit und Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben hat.


Aktuell ist  die Werbung der Sylter Flughafengesellschaft auf den öffentlichen Litfaßsäulen-Säulen des ISTS (Tourismus Westerland) gemeint. Dort hängen Plakate aus, die für eine Anreise mit dem Flugzeug nach Sylt werben. Darunter auch solche, die mit den Mitteln der Statistik der Bevölkerung vorgaukeln, dass Fliegen besonders wenig klimaschädlich sei.
Die Plakate stellen anhand von globalen Zahlen dar, dass der Flugbetrieb in Deutschland nur 0,3 Prozent der CO2 Emission verursache. Damit wird suggeriert, dass die Nutzung eines Flugzeuges zur Anreise nach Sylt kein Problem hinsichtlich der Klimaschädlichkeit darstelle und der umweltfreundlichste Weg auf die Insel sei. 

Dies kann als „Greenwashing“ bezeichnet werden, also als Versuch, die Fluganreise  „grüner“ und umweltfreundlicher erscheinen zu lassen, als sie ist“, sagt Lothar Koch vom Vorstand der Bündnis 90 /Die Grünen-Insel Sylt. 

Das Plakat vergleicht nur mit dem Autoverkehr. Die Bahnoption wird wohlweislich weggelassen. „Die Urheber des Plakates bedienen sich dabei eines statistischen Tricks“, so Koch. Statistisch stimmt der Wert von 0,3 %. Das liegt jedoch einzig daran, dass die Zahl der Reisenden, die bundesweit ein Flugzeug nutzen im Vergleich zur Zahl der Autofahrer eben doch noch sehr niedrig ist. 

Je mehr Menschen fliegen würden, um so schlechter würde diese Bilanz jedoch ausfallen, da auf die Strecke pro Kopf gerechnet, das Flugzeug erheblich klimaschädlicher als die Bahn ist. Deswegen ist es nicht nachhaltig, für die Anreise mit dem Flugzeug zu werben.


Real entsteht bei einem Flug von München nach Westerland eine 20-30 mal höhere Klimaschädlichkeit, als bei der Bahnreise zwischen diesen Orten, die pro Kopf nur mit 19,5 kg CO2 Emission zu Buche schlägt (Beim Flug 140,3 kg x Faktor 2-3 wegen Flughöhe).


„Sylt stellt sich mit solchen Werbemassnahmen gegen den Zeitgeist des konsequenten Klimaschutzes und macht sich angreifbar und unglaubwürdig in seinem Bestreben, nachhaltiger zu wirtschaften und Vorbild im Klimaschutz zu sein“,  fasst Rolf Bünte, Grünen-Vorstand aus List die Werbemassnahmen zusammen.

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