FahrRadinsel Sylt- geht nicht, gibt´s nicht!

Es ist manchmal erstaunlich, wie sich Dinge in der Politik plötzlich in neue Richtungen entwickeln können: ausgerechnet mit der CDU-Fraktion, scheinen wir Grünen nun endlich in Sachen Radverkehrsplanung ein Stück weiter zu kommen. Bei der ersten gemeinsamen Fraktionssitzung Anfang des Jahres herrschte seltene Harmonie und Einigkeit darüber, dass die Stagnation in der Radwegeplanung der Gemeinde Sylt endlich ein Ende haben muss. Mit einem „Geht nicht“, wie es häufig zu Vorschlägen aus der Verwaltung heisst, wollen sich beide Parteien nicht abfinden.

Beiden Fraktionen geht es jetzt um Aufbruch für eine neue Verkehrsperspektive auf Sylt und nicht nur nur darum, einzelne Schwachpunkte in Hinblick auf den Radverkehr zu „reparieren“.

Damit aber endlich, nach mittlerweile fünf Jahren Wartezeit auf ein abgeschlossendes Radverkehrswegekonzept seitens der Verwaltung, etwas Greifbares für den Radfahrer losgeht, wollen die Fraktionen konkrete Entscheidungen für konkrete Verbesserungen durchsetzen und finanzieren, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden sollen. Von einem Budget von 1 Million pro Jahr ist die Rede. Mit einer vegleichbaren Summe wird schliesslich auch jährlich der Flughafen Sylt subventioniert.

Dazu gehört vor allem der Baubeginn für eine gute Süd-Nord Fahrradtrasse entlang des westlichen Dünenfusses zwischen Campingplatz Westerland und Wenningstedt. Im Citybereich sollen dafür Verkehrsstrassen zu Fahrradstrassen umgewidmet werden (ggf. Elisabethstr.). Auch soll ein neuer Versuch unternommen werden, die Strandstrasse für Radler zu öffnen.

Uns Grünen geht es dabei auch um einen Perspektivwechsel in Politik und Verwaltung:
Die Verwaltung möge in Zukunft mehr aus der Radlerperspektive, als aus der KFZ-Perspektive denken- so wie es in zahlreichen „Fahrradstädten“ bereits erfolgreich gemacht wird. Die Weiterentwicklung des insularen Verkehrs in Hinblick auf Klimaverträglichkeit und dem Bedürfnis sanfter Mobilät auch bei Gästen, muss mit erster Priorität vorangehen. Volle Unterstützung signalisieren nun auch die Touristiker von ISTS und SMG. Moritz Luft, Geschäftsführer der SMG kreierte dafür sogar den Slogan „Bicycle First“, um eine griffige Leitlinie für die zukünftige „Denke“ zu prägen.

Das sollte allerdings nicht zu Ungunsten von Fussgängern ausfallen, wenn nötig aber durchaus auf Kosten der Bequemlichkeit von Autofahrern. „Vorfahrt für´s Rad“ ist bislang im Gemeindegebiet nur an wenigen Stellen erkennbar. Das sollte sich bald ändern.

Lothar Koch

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