Gemeinwohlökonomie

Sind Gemeinden dem Gemeinwohl verpflichtet?

Die Frage, ob Gemeinden dem Gemeinwohl verpflichtet sind und somit einer Gemeinwohlökonomie, werden die meisten von uns spontan mit „ja“ beantworten. Der Teufel jedoch steckt auch hier mal wieder im Detail.

Am 15. März 2018 fand in der Nordseeakademie in Leck ein Seminar über die Gemeinwohlökonomie statt – ein Ansatz von Christian Felber, der sich inzwischen zu einer Bewegung entwickelt hat. Einer Bewegung von Menschen, Unternehmen, Organisationen und Gemeinden, die eine alternative Wirtschaftsform für segensreicher halten als die jetzige, die einzig am Gewinn, an Konkurrenz und am Geld verdienen ausgerichtet ist. Immer mehr Menschen streben eine Wirtschaftsform an, die sich dem guten Leben für alle, dem „Gemeinwohl“ verpflichtet weiß. Eine Wirtschaftsform, die darauf aus ist, die Lebensgrundlagen auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Und zwar nicht nur hier, sondern weltweit.

Was ist Gemeinwohlökonomie?

Unternehmen, Organisationen und und neuerdings auch Kommunal-Gemeinden haben die Möglichkeit, sich alleine oder mit Unterstützung von Gemeinwohlberater*innen auf eine sogenannte Bilanzierung vorzubereiten. Diese Bilanzierung bezieht sich auf die Bereiche Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitentscheidung. Betrachtet werden dabei die Lieferant*innen, die Eigentümer*innen und Finanzpartner*innen, Mitarbeiter*innen, Kund*innen und Mitunternehmen sowie das gesellschaftliche Umfeld. Klingt etwas abstrakt – steigt man jedoch tiefer ein, wird das Ganze ungeheuer konkret.

Die Vorbereitung auf die Bilanzierung sowie die Bilanzierung selbst schult für einen neuen Blick auf das, was man tut – auf das, was man immer schon getan hat und das, was man für die Zukunft zu tun gedenkt – und. lenkt den Blick in eine neue Richtung.

Die Art, wie bilanziert wird, ist ein offener Prozess und entwickelt sich stetig weiter.

 

Gemeinwohlökonomie  in Nordfriesland

In Nordfriesland haben die Gemeinden Klixbüll, Breklum und Bordelum diesen Prozess begonnen. Sie sind Pioniere auf diesem Gebiet und können öffentliche Fördermittel in Anspruch nehmen. Andere werden folgen.

Welche Gemeinde auf Sylt wird wohl die erste sein, die sich mit dem Gemeinwohlgedanken beschäftigt? Welches Unternehmen wird es als erstes wagen, diesen Schritt zu gehen?

Wir glauben, das zu tun täte der Insel richtig gut.

Weitere Informationen: https://www.ecogood.org/de/

 

Margot Böhm

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