Insel-Leben

Wohnraum auf Sylt gehört zu den Top-Dauerthemen der Insel. Der Sylter Wohnungsmarkt ist von einer gefährlichen Dynamik erfasst worden, die typisch für beliebte Ferienziele ist. Wegen der schönen Landschaft und seit 2006 auch wegen Finanzkrisen, die für viele Wohlhabende Aktienanlagen als zu riskant erscheinen lassen, wollen  betuchte Bundesbürger ihr Geld in „Betongold“ auf Sylt anlegen. Das hat die Immobilienpreise in ungeahnte Höhen getrieben. Sylt hat Gemeinden, in denen Grundstücke und Häuser als die teuersten in Deutschland gelten. Normalverdiener können sich dementsprechend kein Eigenheim auf Sylt leisten. Die Insel hat nur einen sehr begrenzten Raum für Bebauung zur Verfügung. Jedesmal, wenn ein Einheimischer oder eine Gemeinde Häuser und Grundstücke auf dem freien Markt verkauft, werden sie in  Zweitwohnungen, Appartments oder Hotels für Feriengäste umgewandelt. Das Angebot von bezahlbarem Wohnraum für Insulaner ist gesunken. Viele sind wegen der horrenden Preisen bereits auf das Festland gezogen.

Nun wird der Ruf an die Gemeinden nach sozialem Wohnungsbau laut. Die Grünen wollen sicherstellen, daß Insulaner auch auf der Insel bleiben können und bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. Dies darf aber nicht zu einem „Run“  auf Natur-und Landschaft und einem Bau-Boom im Außenbereich führen, also jenseits der bisherigen Siedlungsgrenzen.

  • Der tatsächliche Wohnraumbedarf von Insulanern sollte jährlich genau erfasst werden.
  • Neubauten sollten mit Augenmass und unter Berücksichtigung des inseltypischen Landschafts-und Siedlungsraumes geplant und gebaut werden. Sowohl was Standorte angeht, als auch in der baulichen Ausführung.
  • Bei Neu-und größeren Umbauten sollten Bauherren, die an Feriengäste vermieten wollen oder ein Gewerbe betreiben möchten, verpflichtet werden, einen prozentualen Teil der Fläche (z.B. 40%) ausschließlich zur Dauervermietung bereitzustellen.
  • Die Infrastruktur der Gemeinden muss sichergestellt werden, auch wenn es immer weniger Einheimische mit 1. Wohnsitz gibt. Deshalb müssen Wege gefunden werden, wie Zweitwohnungsbesitzer für die Aufrechterhaltung notwendiger Strukturen herangezogen oder zur Kasse gebeten werden können.