Sylt jetzt nachhaltig gestalten

Momentane Notlage als Chance für lebenswerte Zukunft begreifen

Die Sylter Grünen wünschen sich für den Neustart nach dem Shut down Besonnenheit und Weitsicht in der politischen und wirtschaftlichen Planung auf der Insel. Der OV Insel Sylt ist sich einig: „Selbstverständlich müssen Existenzen gesichert werden, aber ein bloßes ‚Weiter-So’ wäre eine vertane Chance. Das Momentum für eine Wende in Richtung nachhaltiges Wirtschaften und Leben auf Sylt war selten grösser und wichtiger – auch für die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. Nutzen wir die Gelegenheit für eine Wende. Nachhaltigkeit, Natur- und Klimaschutz sollte jetzt niemand mehr als lästiges Hindernis oder reine Marketingstrategie betrachten“ 

Das sehen auch Tourismus- und Wirtschaftsinstitute so, selbst die Empfehlungen der Leopoldina betonen das. Auch die Bundespolitik will sich beim Wiederaufbau am Prinzip der Nachhaltigkeit orientieren. Das sollte auch auf Sylt möglich sein. Kredite stehen Privatunternehmen, aber auch der Gemeinde über die „Rettungsschirme“ zur Verfügung. Die sind zunächst dafür gedacht Unternehmen durch die Krise zu helfen, dürfen aber auch ausdrücklich dafür genutzt werden sich neu und zukunftsweisend aufzustellen: Zur Steigerung Energieffizienz von Unternehmen, zur „grünen“ Energieerzeugung, oder auch zur Umstellungshilfe von Gäste- auf Dauervermietung, um krisenfester zu werden. 

Und man könnte uns und den Gästen ein Sylt-Erlebnis dauerhaft kreieren, wie es uns in den letzten Wochen gestattet war: Mit deutlich weniger Autoverkehr und Stress. Beispielsweise durch effektiven und günstigen, fahrscheinlosen öffentlichen E-Nahverkehr, App-basierte E-Rufbusse, Carsharing Projekte, die Ausweitung der autofreien Zonen in Stadt und Dorf und die deutlichen Verbesserung unserer Radverkehrswege und vielem mehr. Dies sollte in einem breiten insularen Dialog erarbeitet werden. Der kürzlich von den Sylter Naturschutzorganisationen unter tourismusfachlicher Begleitung herausgegebene Sylt-Check, ein Kriterienkatalog zur Bewertung der Nachhaltigkeit von insularen Vorhaben, könnte dabei helfen.

Und wie könnte das gehen?

1. Wir reden miteinander.

2. Wir hören einander zu.

3. Wir respektieren, dass wir unterschiedliche Interessen haben.

4. Wir sind neugierig auf die Ideen der anderen.

5. Gemeinsam entwickeln wir das Bestmögliche für die Insel, die Natur, die Menschen.

6. Wir formulieren gemeinsam eine Sylt-Vision, auf die wir uns alle verständigen können.

7. Auf Basis dieser verständigen wir uns auf Ziele, Zeitpläne und Maßnahmen.

8. Wir beobachten, wie die Umsetzung gelingt und steuern ggf. nach.

Verwandte Artikel