Syltverträglich denken und handeln!


Sollen die Holz/Steinbuhnen am Strand entfernt werden? Darüber entbrennt derzeit eine heftige Diskussion auf der Insel.

Unser Grünen-Standpunkt dazu: 

Die Haltung des Landesamtes für Küsten- und Meeresschutz (LKN) zeigt vor allem:
Eine Diskussion über Landschaftsästhetik im Natur- und Küstenschutz ist dringend geboten.
Bislang spielt das bei Entscheidungen der Umweltbehörden eine sehr untergeordnete Rolle.

Bei der Entscheidungsfindung, was in einer Landschaft stört und was nicht, sollten nicht nur finanzielle und ökologische Fragen eine Rolle spielen, sondern auch landschaftsästhetische Faktoren bedacht werden. Leider sind letztere nur schwer zu objektivieren. Wer kann bestimmen, was in einer Naturlandschaft „schön“ wirkt und was „hässlich“? Was ist „syltverträglich“ und was nicht? Das ist wohl überwiegend eine Sache des Feingefühls- und das lässt sich nicht in amtliche Kategorien einordnen. Deswegen fällt der Punkt „Landschaftsästhetik“ meist aus dem relevanten Entscheidungsraster.

Trotz dieses Dilemmas sind sich viele einig, dass die alten Holzbuhnen einen ästhetisch schönen Kontrast im Strandszenario bilden (deswegen werden sie so oft fotografiert), während die Stahl- und Betonbuhnen eher abgelehnt werden, auch aus ästhetischen Gründen. Stimmen von Experten der Landschaftsästhetik, wie die des Profi-Fotografen Hans Jessel sollten also gleichwertig zu anderen Experten-Meinungen dringend in die Waagschale gelegt werden.

Ökologische Argumente gegen die Buhnen anzuführen ist Augenwischerei. Seit dem Bau von einigen tausend Windmühlen in der südlichen Nordsee sind „Festkörper“ kein untypisches Element mehr im dynamischen Nordseesand. Bitte eher überflüssiger Tetrapoden entfernen und die schönsten der Holzbuhnen stehen lassen!
Die Sylter Grünen setzen sich jedenfalls bereits für deren Erhalt ein.

Lothar Koch
Biologe, Rantum
Die Grünen/Sylt

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